Nachruf auf Steffen Pfitzner
*06.03.1969 – ✞31.03.2026
Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Steffen Pfitzner.
Steffen war ein Mensch, der sich nie mit seiner Situation abgefunden hat. Mit bemerkenswerter Stärke und Ausdauer hat er stets dafür gekämpft, ein selbstbestimmtes Leben auf eigenen Beinen zu führen. Dieser Kampf war für ihn nicht nur persönlicher Antrieb, sondern auch Ausdruck seines tiefen Glaubens an Würde und Gerechtigkeit.
Besonders hervorzuheben war seine große Empathie für andere. Steffen hatte ein feines Gespür für die Lebensrealitäten von Menschen in schwierigen Situationen und setzte sich mit viel Herzblut für ihre Belange ein. Innerhalb unserer Gemeinschaft engagierte er sich mit großer Hingabe für unsere gemeinsame Sache und brachte sich mit persönlichem Einsatz und klarer Haltung ein.
Sein Engagement war getragen von Solidarität, Menschlichkeit und dem festen Willen, Veränderungen anzustoßen. Steffen hat Spuren hinterlassen – in unseren Gesprächen, in unserer Arbeit und in unserem gemeinsamen Ringen um mehr Teilhabe und Gerechtigkeit.
Steffen Pfitzner ist im Frühjahr 2026 plötzlich verstorben. Zuletzt hat er sich noch vehement in seiner unnachahmlichen Art in die IGELA – Gruppe eingebracht und engagiert mitdiskutiert. Als Mitglied in seiner Theatergruppe hatte er im letzten Jahr in Veranstaltungen für die IGELA mitgewirkt. In der Interessensgemeinschaft war Steffen ein wertvolles und geschätztes Mitglied. Wir vermissen Steffen sehr und wünschen ihm dass er seinen Frieden gefunden hat.
Wir werden ihn als engagierten Mitstreiter, als aufrichtigen Menschen und als Teil unserer Gemeinschaft in Erinnerung behalten.
Unser Mitgefühl gilt allen, die ihm nahestanden.
Steffen Pfitzner – ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft
Sommer, Hitze und Gesundheit: Trinken nicht vergessen! ☀️💧
Die warmen Monate stehen vor der Tür – und mit ihnen steigen die Temperaturen. Gerade im Sommer ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um gesund zu bleiben, den Kreislauf stabil zu halten und konzentriert durch den Alltag zu kommen.
Doch nicht für alle ist der Zugang zu Trinkwasser selbstverständlich. Genau hier setzen solidarische Lösungen an – wie die Initiative Refill Deutschland: In ganz Deutschland gibt es tausende sogenannte Refill-Stationen, an denen du deine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser auffüllen kannst. (refill-deutschland.de)
👉 Zur Karte mit allen Refill-Stationen:
https://refill-deutschland.de/karte/
Auf dieser interaktiven Karte sind zahlreiche Orte verzeichnet – von Cafés über Geschäfte bis hin zu öffentlichen Einrichtungen – die kostenlos Wasser anbieten. So wird gesunder Zugang zu Trinkwasser niedrigschwellig möglich, ganz ohne Konsumzwang.
Refill-Stationen sind ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept: Sie fördern Gesundheit, sparen Geld und helfen gleichzeitig dabei, Plastikmüll zu reduzieren.
Unser Tipp für den Sommer:
- Trinkflasche mitnehmen
- Regelmäßig trinken – auch ohne Durstgefühl
- Refill-Stationen nutzen und weiterempfehlen
Gerade für Menschen mit wenig Geld kann der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser im Alltag einen echten Unterschied machen. Deshalb unterstützen wir Initiativen wie Refill – für mehr Teilhabe, Gesundheit und Würde im Alltag.
Bleibt gesund und kommt gut durch den Sommer!
Angst statt „fehlender Motivation“ – was Langzeitarbeitslosigkeit wirklich prägt
Ein aktueller Beitrag des Deutsches Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung stellt eine zentrale Erkenntnis in den Mittelpunkt:
Langzeitarbeitslosigkeit ist kein individuelles Versagen – sie ist oft von Angst geprägt.
Zum Originalbeitrag:
Angst als roter Faden: Langzeitarbeitslosigkeit verstehen
Was die Forschung zeigt
Die Studie basiert auf intensiven Gesprächen mit Betroffenen – und räumt mit einem weit verbreiteten Mythos auf:
Langzeitarbeitslose sind nicht „faul“ oder „unwillig“.
Stattdessen zeigen die Ergebnisse:
- Viele Menschen haben komplexe Lebenskrisen erlebt
- Häufig spielen Krankheit, Gewalt oder Brüche in der Biografie eine Rolle
- Die Grundsicherung wird zum Auffangsystem für sehr unterschiedliche Problemlagen (difis.org)
Es gibt nicht den einen typischen Fall, sondern vielfältige, oft belastende Lebensrealitäten.
Angst als zentrales Muster
Der vielleicht wichtigste Befund:
Angst zieht sich wie ein roter Faden durch viele Lebensgeschichten.
Diese Angst hat viele Formen:
- Angst vor erneutem Scheitern
- Angst vor Überforderung
- Angst, eine fragile Lebenssituation zu verschlechtern
- Angst vor Sanktionen und Druck
Diese Faktoren führen dazu, dass Menschen nicht einfach „wieder arbeiten gehen“ können, selbst wenn sie es wollen. (difis.org)
Langzeitarbeitslosigkeit bedeutet oft: Leben im „Überlebensmodus“.
Das Problem: Politik und öffentliche Debatte
Trotz dieser Erkenntnisse dominiert weiterhin ein anderes Narrativ:
- „Soziale Hängematte“
- „fehlende Eigeninitiative“
- „mehr Druck hilft“
Diese Sichtweise verkennt die Realität – und verschärft das Problem:
Stigmatisierung erzeugt zusätzlichen Druck und verstärkt Angst.
Was wirklich helfen würde
Die Studie zeigt klar, was notwendig ist:
- Individuelle, vertrauensvolle Beratung auf Augenhöhe
- Zeit und Stabilität statt Sanktionen
- Unterstützung, die Ressourcen UND Probleme ernst nimmt
- bessere Einbindung von Arbeitgeber*innen
- niedrigschwellige Zugänge zum Arbeitsmarkt (difis.org)
Kurz gesagt:
Menschen brauchen Sicherheit, nicht Druck.
IGELA-Perspektive
Für uns als Initiative von und für langzeitarbeitslose Menschen bestätigt sich, was wir seit Jahren sagen:
- Armut ist kein individuelles Versagen
- Langzeitarbeitslosigkeit ist strukturell bedingt
- Würde und Teilhabe müssen im Mittelpunkt stehen
Wer Angst ignoriert, wird keine Lösungen finden.
Wer Menschen ernst nimmt, schon.
Fazit
Die Debatte über Bürgergeld und Langzeitarbeitslosigkeit braucht einen Perspektivwechsel:
Weg von Schuldzuweisungen – hin zu Verständnis und echter Unterstützung.
Denn:
Hinter jeder Statistik stehen Menschen.
Und hinter vielen Geschichten steht vor allem eins: Angst.
Am 22.2.2026 fand in schwäbisch-gemünd von der a.l.s.o. eine Podiumsdiskussion mit Politikern statt.
persönlicher Nachtrag von Dennis
Anwesende: igela/DGB/SPD/ CDU /FDP /Linke/Grüne
Die Themen waren Armut, Wohnrecht,Wohnungsbau Sozialabbau, Kitaplätze.
In der ersten Runde sprachen nur die Parteien, alle redeten davon sich für Menschen einzusetzen, die FDP gab die Themen der SPD und Linken für ihre eigenen aus.und die CDU redeten sich aus allem raus.
In der zweiten Hälfte wurde die runde für igela und den DGB geöffnet.
DGB setzt sich für Menschen ein und gegen den Sozialabbau
Igela sagt das man mehr für Menschen tun sollte als schon getan wurde.
Fazit: Es wurden alle sozialen Themen besprochen die geplant waren und auch kritische Stimmen zum sozial Abbau und Wohnraum wurden gehört.
Wir als langzeitarbeitslose und Betroffene haben Stellung bezogen, freundlich aber bestimmt um unseren Werten als gleichwertige und wertvolle Mitglieder dieser Gesellschaft Ausdruck zu verleihen und das Miteinanderzuteilen was wir gemeinsam haben.
Energiepolitik der Bundesregierung: Rückwärtsgewandt, sozial ungerecht und teuer
Die aktuelle Umwelt- und Energiepolitik der Bundesregierung vermittelt nach außen den Anspruch von Modernisierung und Klimaschutz. Tatsächlich jedoch werden zentrale Weichen falsch gestellt – mit gravierenden sozialen Folgen.
Statt konsequent auf erneuerbare Energien und eine sozial gerechte Transformation zu setzen, erleben wir eine politische Rolle rückwärts:
Neue Gas- und Ölheizungen sollen weiterhin erlaubt bleiben, lediglich ergänzt durch geringe Beimischungsquoten sogenannter „grüner Gase“. Fachleute kritisieren diese Strategie als unzureichend und teuer – nicht zuletzt, weil die Verfügbarkeit klimafreundlicher Gase begrenzt ist und ihre Kosten hoch bleiben werden. energie-experten
Gleichzeitig plant die Bundesregierung den Ausbau neuer Gaskraftwerke und setzt damit weiterhin auf fossile Infrastruktur. Kritiker warnen seit Jahren: Investitionen in Gas sind Fehlinvestitionen, die die Energiewende verzögern und langfristig Kosten in die Höhe treiben. Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (Wikipedia)
Diese Politik verschärft ein strukturelles Problem: Deutschland bleibt abhängig von teuren Energieimporten. Bereits heute werden rund 95 % des Erdgases importiert – häufig aus politisch instabilen Regionen. FÖS e.V.
Die Folgen sind absehbar: steigende Preise, hohe Krisenanfälligkeit und immer neue Belastungen für Verbraucher:innen.
Schon jetzt zeigt sich, wohin das führt:
Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Krisen treffen Haushalte unmittelbar – besonders beim Heizen, Tanken und Strom. DIE WELT
Gleichzeitig bleibt die Energiewende in zentralen Bereichen wie Verkehr und Gebäuden hinter den Zielen zurück, während Klimaziele zunehmend unter Druck geraten. Umweltbundesamt
Das größte Problem aber:
Die soziale Dimension wird weiterhin vernachlässigt. Selbst offizielle Analysen zeigen, dass Energiepolitik in Deutschland oft an den Bedürfnissen einkommensschwacher Haushalte vorbeigeht. bpb.de
Was bedeutet das konkret?
- Energie wird teurer – besonders für Menschen mit geringem Einkommen
- Investitionen in fossile Technologien verursachen langfristig höhere Kosten
- Abhängigkeiten von globalen Märkten bleiben bestehen
- Klimaziele werden gefährdet
- soziale Ungleichheit verschärft sich
Menschen mit wenig Geld haben keine Rücklagen für steigende Heizkosten, keine Möglichkeit, schnell auf neue Technologien umzusteigen und keine politische Lobby, die ihre Interessen durchsetzt.
IGELA sagt klar: Diese Politik ist nicht zukunftsfähig.
Wir brauchen eine Energiepolitik, die:
- konsequent auf erneuerbare Energien setzt
- Energie als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge versteht
- soziale Gerechtigkeit ins Zentrum stellt
- einkommensschwache Haushalte gezielt entlastet
Denn Klimaschutz ohne soziale Gerechtigkeit scheitert – und soziale Gerechtigkeit ohne bezahlbare Energie ist unmöglich.
Demokratie braucht Engagement – gerade jetzt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet sich mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit: Die Demokratie in Deutschland steht unter erheblichem Druck – stärker als in vielen Jahren zuvor. Gemeint sind damit nicht nur äußere Bedrohungen durch geopolitische Spannungen, sondern auch Entwicklungen im Inneren unserer Gesellschaft: wachsender Populismus, soziale Spaltung und ein schwindendes Vertrauen in politische Institutionen.
Diese Einschätzung ist kein Alarmismus, sondern ein realistischer Blick auf die aktuellen Herausforderungen. Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, mitgestalten und Verantwortung übernehmen.
Warum Geschichte uns verpflichtet
Ein Blick in die deutsche Geschichte zeigt: Demokratische Rechte wurden nie einfach „gewährt“, sondern stets erkämpft. Ereignisse wie die Märzrevolution 1848 oder die friedliche Revolution in der DDR 1989 stehen exemplarisch für den Mut vieler Menschen, die sich für Freiheit und Mitbestimmung eingesetzt haben.
Auch das Gedenken an die Shoah mahnt uns, wohin Ausgrenzung, Entmenschlichung und autoritäre Entwicklungen führen können. Gerade deshalb ist es entscheidend, demokratische Werte aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln.
Ein aktuelles Beispiel für lebendige Erinnerungskultur ist der erstmals bundesweit begangene Tag der Demokratiegeschichte. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird dort gezeigt, wie wichtig historisches Bewusstsein für die Gegenwart ist.
Demokratie ist sozial – oder sie gerät in Gefahr
Was oft übersehen wird: Demokratie hängt eng mit sozialer Gerechtigkeit zusammen. Wer dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen ist, verliert nicht nur Vertrauen, sondern auch die Möglichkeit, sich einzubringen.
Genau hier setzt die Arbeit der IGELA an.
Die Interessengemeinschaft langzeitarbeitsloser Menschen (IGELA) schafft Räume für Beteiligung, Selbstvertretung und politische Mitwirkung. Sie macht sichtbar, was sonst oft übersehen wird: die Perspektiven und Erfahrungen von Menschen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind.
Warum IGELA für die Demokratie wichtig ist
Die Arbeit der IGELA stärkt die Demokratie auf mehreren Ebenen:
- Teilhabe ermöglichen: Demokratie lebt davon, dass alle gehört werden – nicht nur die Lautesten oder Privilegierten.
- Soziale Spaltung überwinden: Wenn gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, profitieren antidemokratische Kräfte. IGELA setzt dem Solidarität entgegen.
- Erfahrungswissen einbringen: Menschen mit Armutserfahrung bringen wichtige Perspektiven in politische Debatten ein – etwa zu Arbeitsmarktpolitik oder sozialer Sicherung.
- Demokratie praktisch leben: Beteiligung ist nicht nur ein Recht, sondern eine Praxis. IGELA schafft konkrete Möglichkeiten dafür.
Organisationen wie Paritätischer Gesamtverband oder Bundeszentrale für politische Bildung betonen ebenfalls: Soziale Gerechtigkeit und politische Bildung sind zentrale Pfeiler einer stabilen Demokratie.
Weiterführende Informationen
Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte:
- Bundeszentrale für politische Bildung
→ Dossiers zu Demokratie, sozialer Ungleichheit und politischer Teilhabe - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
→ Studien zur sozialen Ungleichheit in Deutschland - Amadeu Antonio Stiftung
→ Analysen zu Rechtsextremismus und Demokratieförderung
Fazit
Demokratie braucht mehr als Wahlen – sie braucht aktive Bürgerinnen und Bürger, soziale Gerechtigkeit und Räume für Beteiligung.
Die Warnung von Frank-Walter Steinmeier macht deutlich: Es ist an uns allen, diese Demokratie zu verteidigen und weiterzuentwickeln.
IGELA leistet dazu einen konkreten Beitrag – indem sie Menschen stärkt, die sonst zu oft übersehen werden. Genau das macht ihre Arbeit so wertvoll für eine lebendige, widerstandsfähige Demokratie.
Wenn Arbeit arm macht: Warum Fahrtkosten und Regelsätze endlich angepasst werden müssen
Menschen im Bürgergeld oder in der Sozialhilfe sollen arbeiten – so lautet die politische Erwartung. Doch viele Regelungen im Sozialrecht stammen aus einer Zeit, in der Benzin deutlich billiger war und Inflation kaum eine Rolle spielte.Heute zeigt sich immer deutlicher ein Problem:
Wer arbeitet und auf Grundsicherung angewiesen ist, muss häufig einen Teil seiner Arbeit selbst finanzieren.
Das betrifft vor allem die Fahrt zur Arbeit. Gleichzeitig sorgen Inflation, Energiepreise und globale Krisen dafür, dass das Existenzminimum immer stärker unter Druck gerät.
Für Menschen mit wenig Geld ist das kein abstraktes Problem – sondern Alltag.
Wenn Preise explodieren, muss der Staat reagieren
Die Preissteigerungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell sich Lebenshaltungskosten verändern können. Besonders Energie und Lebensmittel wurden deutlich teurer.
Für Menschen im Bürgergeld bedeutet das ein strukturelles Risiko: Die Regelsätze werden nur zeitverzögert angepasst, während Preise oft plötzlich steigen.
Das Bundesverfassungsgericht hat deshalb klar festgestellt:
Der Staat muss handeln, wenn eine deutliche Lücke zwischen realen Preisen und den berechneten Bedarfen entsteht.
Wenn extreme Preissteigerungen auftreten, dürfen Politik und Verwaltung nicht einfach bis zur nächsten regulären Anpassung warten.
Mehr dazu:
- Bundesverfassungsgericht – Urteil zu Regelbedarfen
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2014/07/ls20140723_1bvl001012.html
Arbeiten – und trotzdem draufzahlen
Wer im Bürgergeld arbeitet, darf bestimmte Kosten vom Einkommen abziehen. Dazu gehören auch Fahrtkosten.
Doch hier zeigt sich ein massives Problem:
Die Pauschale für Autofahrten zur Arbeit wurde seit 2005 nicht angepasst.
Derzeit gilt:
- 20 Cent pro Entfernungskilometer
- also nur etwa 10 Cent pro tatsächlich gefahrenem Kilometer
Diese Regelung stammt aus einer Zeit, in der Benzin teilweise weniger als einen Euro kostete.
Heute ist sie völlig realitätsfern.
Die Realität im Bürgergeld
Wenn der Staat nur 10 Cent pro gefahrenem Kilometer anerkennt, entstehen große Lücken.
Ein Beispiel:
Arbeitsweg: 20 km einfache Strecke
Tägliche Fahrt: 40 km
Bei realen Kosten von etwa 40 Cent/km entstehen:
16 Euro tatsächliche Kosten pro Tag
Das Bürgergeld erkennt aber nur:
4 Euro pro Tag
Die Differenz muss aus dem ohnehin knappen Budget bezahlt werden.
Das bedeutet:
Ein Teil des Existenzminimums wird verwendet, um überhaupt arbeiten zu können.
Noch absurder: Die Situation in der Sozialhilfe
Im Bereich der Sozialhilfe gelten teilweise noch ältere Regelungen.
Ein Teil der Fahrtkostenregelungen stammt im Kern noch aus dem früheren Sozialhilferecht der 1990er-Jahre.
Diese Pauschalen wurden über Jahrzehnte kaum angepasst.
Das Ergebnis:
Regeln aus einer völlig anderen wirtschaftlichen Realität bestimmen noch immer den Alltag vieler Menschen.
Weiterführende Informationen:
- Sozialgesetzbuch Zweites Buch
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/ - Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/

Klimaziele nur knapp erreicht – doch die soziale Dimension der Klimakrise wird oft vergessen
- März 2026
Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im Jahr 2025 nur minimal gesunken. Nach aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes gingen die Emissionen lediglich um 0,1 Prozent zurück. Insgesamt wurden rund 648,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Damit liegt Deutschland zwar noch unter der gesetzlich erlaubten Emissionsmenge von 661,6 Millionen Tonnen, doch der Fortschritt beim Klimaschutz verlangsamt sich deutlich. (DIE WELT)
Seit 1990 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen zwar um etwa 48 Prozent reduziert, doch um die Klimaziele für 2030 zu erreichen, müsste der Ausstoß deutlich schneller sinken. Das Ziel der Bundesregierung ist eine Reduktion um mindestens 65 Prozent bis 2030 und Klimaneutralität bis 2045. (Umweltbundesamt)
Besonders problematisch bleibt die Entwicklung in zwei Bereichen: Verkehr und Gebäude.
Verkehr und Gebäude bleiben die größten Sorgenkinder
Während in einigen Bereichen Emissionen zurückgehen, steigen sie in anderen weiterhin an.
- Verkehr: +2,1 Millionen Tonnen CO₂
- Gebäude: +3,4 Millionen Tonnen CO₂
Im Verkehrssektor wurden damit rund 146,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Auch im Gebäudebereich, der stark vom Heizen abhängig ist, stiegen die Emissionen auf 103,4 Millionen Tonnen.
Experten sehen hier einen strukturellen Nachholbedarf: Trotz steigender Zahlen bei Elektroautos, Wärmepumpen und erneuerbaren Energien reicht das Tempo der Transformation bislang nicht aus. (DIE WELT)
Klimakrise trifft nicht alle gleich
In politischen Debatten wird oft über Emissionszahlen gesprochen – deutlich seltener über die soziale Dimension der Klimakrise. Dabei ist längst klar:
Die Folgen der Klimakrise treffen arme Menschen besonders stark.
Das hat mehrere Gründe:
- Höhere Belastung durch steigende Energiepreise
Menschen mit geringem Einkommen müssen einen deutlich größeren Anteil ihres Budgets für Energie, Heizen und Mobilität ausgeben. Wenn Energiepreise steigen – etwa durch CO₂-Preise oder fossile Krisen – trifft das einkommensarme Haushalte besonders hart.
- Schlechtere Wohnbedingungen
Viele Armutsbetroffene leben in Wohnungen mit
- schlechter Dämmung
- alten Heizsystemen
- hoher Sommerhitze
- fehlender Kühlung
Hitzeperioden, wie sie durch die Klimakrise häufiger werden, können so zu ernsten Gesundheitsrisiken werden.
- Höhere Risiken bei Extremwetter
Günstiger Wohnraum liegt häufiger in:
- hochverdichteten Städten mit starker Hitzeentwicklung
- Gebieten mit schlechter Infrastruktur
- Regionen mit höherem Überschwemmungsrisiko
Wenn Extremwetterereignisse zunehmen, sind diese Haushalte besonders verletzlich.
- Weniger Möglichkeiten zur Anpassung
Während wohlhabende Haushalte leichter
- Häuser sanieren
- Solaranlagen installieren
- Klimaanlagen nutzen
- oder in sichere Regionen umziehen können,
fehlen Menschen in Armut diese Möglichkeiten meist vollständig.
Klimaschutz muss sozial gerecht sein
Für die IGELA – Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser ist deshalb wichtig und klar:
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Eine sozial gerechte Klimapolitik bedeutet unter anderem:
- massive Investitionen in energetische Sanierung, ohne Mieter zu belasten
- bezahlbare Energiepreise und soziale Ausgleichsmechanismen
- kostenarmen oder kostenlosen ÖPNV
- Förderung klimafreundlicher Technologien auch für einkommensarme Haushalte
- eine stärkere Unterstützung von Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit und Armut
Denn Klimaschutz kann nur funktionieren, wenn er sozial getragen wird.
Fazit
Deutschland macht Fortschritte beim Klimaschutz – doch viel zu langsam. Besonders die Bereiche Verkehr und Gebäude bremsen den Fortschritt. Gleichzeitig wird in politischen Debatten oft übersehen, dass die sozialen Folgen der Klimakrise ungleich verteilt sind.
Die ökologische Transformation muss deshalb immer auch eine soziale Transformation sein.
Denn eines ist klar:
Wer heute schon wenig hat, wird von den Folgen der Klimakrise am stärksten getroffen.

Weiterführende Informationen
- Umweltbundesamt – Treibhausgasemissionen in Deutschland
https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland - IPCC – Berichte zur globalen Klimakrise
https://www.ipcc.ch - Der Paritätische Gesamtverband – Studien zu Armut und sozialer Ungleichheit
https://www.der-paritaetische.de - Diakonie Deutschland Infothek
- Umweltbundesamt – Treibhausgasemissionen in Deutschland
Wahl in Baden-Württemberg – Armut und Ausgrenzung dürfen kein Randthema bleiben
Die Wahl zum Landtag in Baden-Württemberg – die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 – ist entschieden. Parteien analysieren nun Ergebnisse, Gewinner und Verlierer. Doch jenseits von Prozentzahlen und Koalitionsfragen bleibt eine zentrale Frage bestehen: Welche Rolle spielt die Lebensrealität von Menschen in Armut und insbesondere von langzeitarbeitslosen Menschen in der politischen Debatte?
Aus Sicht der Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser (IGELA) ist klar: Zu oft kommen die Betroffenen selbst in Wahlkämpfen nicht vor – außer als Problem oder als statistische Größe. Dabei geht es um Menschen, deren Alltag geprägt ist von unsicheren Lebensbedingungen, gesellschaftlicher Stigmatisierung und strukturellen Hürden auf dem Arbeitsmarkt.
Armut ist kein individuelles Versagen
Politische Diskussionen rund um Sozialleistungen werden häufig moralisch aufgeladen. Begriffe wie „Arbeitsanreize“, „Mitwirkungspflichten“ oder „Sanktionen“ dominieren die Debatte. Die tatsächlichen Ursachen von Langzeitarbeitslosigkeit – etwa gesundheitliche Belastungen, fehlende Qualifizierungsangebote, strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes oder regionale Unterschiede – geraten dabei leicht aus dem Blick.
IGELA setzt sich dafür ein, dass diese Perspektiven stärker gehört werden. Menschen, die selbst von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, müssen an politischen Entscheidungen beteiligt werden, die ihr Leben direkt betreffen.
Beteiligung statt Ausgrenzung
Demokratie lebt davon, dass möglichst viele Menschen ihre Erfahrungen und Interessen einbringen können. Doch genau hier zeigt sich ein Problem: Menschen mit wenig Einkommen oder in prekären Lebenslagen beteiligen sich deutlich seltener an politischen Prozessen. Nicht aus Desinteresse – sondern weil Hürden bestehen: fehlende Zeit, mangelnde politische Ansprache oder das Gefühl, ohnehin nicht gehört zu werden.
Gerade deshalb ist es wichtig, Beteiligungsformate zu schaffen, die Betroffene aktiv einbeziehen. Initiativen wie IGELA zeigen, dass Selbstvertretung möglich ist und wichtige Impulse liefern kann.
Ein Auftrag an die Politik
Die neue Landespolitik in Baden-Württemberg steht vor großen Aufgaben: soziale Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum, gute Arbeit und echte Teilhabe. Diese Themen betreffen Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit besonders stark.
IGELA fordert deshalb:
- eine respektvolle und faktenbasierte Debatte über Armut und Arbeitslosigkeit
- mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Betroffene in politischen Prozessen
- stärkere Investitionen in Qualifizierung, soziale Infrastruktur und öffentlich geförderte Beschäftigung
- Maßnahmen gegen Stigmatisierung von Bürgergeld-Beziehenden
Demokratie braucht alle Stimmen
Wahlen entscheiden über politische Mehrheiten. Aber Demokratie endet nicht am Wahltag. Sie lebt davon, dass auch jene gehört werden, die sonst selten eine Stimme haben.
IGELA wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit sichtbar bleiben – nicht als Problem, sondern als Teil unserer Gesellschaft mit eigenen Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven.

Ergebnisse, Analysen, Daten zur Wahl in BW von der Landeszentrale für politische Bildung BW
Gottesdienst in der Vesperkirche Stuttgart – Die IGELA aktiv dabei
Am 08.03. fand in der Leonhardskirche, bzw in der Vesperkirche Stuttgart ein Gottesdienst zum Weltfrauentag statt. Musikalisch begleitet von Ulrich Mangold an der Orgel, dem Loe-Vocal-Chor und Diana Brekalo am Flügel. Mutige Frauen waren der Mittelpunkt der Predigt. Rosa Parks, Margot Käßmann, aber auch die Komponistin Maria Coccia, eine Zeitgenossin Mozarts, die trotz Komponierverbotes für Frauen vom damaligen Papst Clemenz XIV im Alter von 15 Jahren zur Kapellmeisterin und Meisterin der Komposition ernannt wurde.
Wir brauchen mutige Frauen mehr denn je – und noch mutigere Männer, die sie anerkennen.

Der Gottesdienst zum Anhören auf Deutschlandfunk
Pianistin Diana Brekalo auf Instagramm
🗳️ Landtagswahl Baden-Württemberg 2026
Deine Stimme zählt. Deine Stimme schützt Demokratie.
2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Diese Wahl ist mehr als ein politischer Termin – sie ist eine Entscheidung darüber, wie wir zusammenleben, wie soziale Gerechtigkeit gestaltet wird und ob alle Menschen in diesem Land gehört werden.
Als IGELA – Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser rufen wir dazu auf:
Geht wählen. Nutzt eure Stimme. Beteiligt euch aktiv am demokratischen Prozess.
Demokratie lebt nicht von Kommentaren am Küchentisch oder in sozialen Medien.
Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Rechte wahrnehmen.
Freie und demokratische Wahlen folgen fünf zentralen Grundprinzipien:
- Allgemein bedeutet, dass grundsätzlich jeder Bürger und jede Bürgerin, der/die das 18. Lebensjahr vollendet hat, wählen darf. Landtagswahl BW 2026 ab 16 Jahren
- Unmittelbar heißt, dass die Wählerinnen und Wähler die Abgeordneten wählen. Es gibt in Deutschland keine “Wahlmänner” oder “Wahlfrauen”, auf die man seine Stimme überträgt.
- Frei bedeutet, dass die Wähler/-innen frei sein müssen in ihrer Wahlentscheidung. Niemand darf auf sie Druck ausüben.
- Gleich heißt, dass jede Stimme das gleiche Gewicht hat, egal ob jemand arm oder reich ist, ob jemand eine wichtige Position hat oder in der Ausbildung ist.
- Geheim bedeutet, dass man niemandem erzählen muss, wen man gewählt hat. Deswegen gibt es auch eine Wahlkabine und Wahlurnen.
Was für uns selbstverständlich erscheint, ist es weltweit nicht. In vielen Ländern gibt es keine freien Wahlen, keine echte Auswahl, keine faire Beteiligung. Menschen riskieren dort Repression oder Schlimmeres, wenn sie politische Mitbestimmung einfordern.
Wir hingegen haben dieses Recht.
Und mit diesem Recht kommt Verantwortung.
Gerade Menschen, die von Armut, Arbeitslosigkeit oder Ausgrenzung betroffen sind, wissen: Politische Entscheidungen haben direkte Auswirkungen auf unseren Alltag – auf soziale Sicherung, Weiterbildung, Teilhabe, Respekt und Würde.
Wer nicht wählt, überlässt anderen die Entscheidung.
Wer wählt, gestaltet Zukunft.
Demokratie ist kein Selbstläufer.
Sie braucht Engagement. Sie braucht Beteiligung. Sie braucht Dich.
🗳️ Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 – Mach mit. Geh wählen. Stärke die Demokratie.
Für Solidarität.
Für soziale Gerechtigkeit.
Für eine Gesellschaft, in der alle zählen.
Umfassende Informationen zur Landtagswahl in BW 2026
wahl-o-mat Für die noch unentschlossenen
Begegnung in der Vesperkirche: IGELA im Gespräch mit Muhterem Aras
Am 26. Februar hatten wir als IGELA das große Vergnügen, ein persönliches Gespräch mit der Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras, zu führen – und zwar in der Vesperkirche Stuttgart. Dieses Gespräch war uns deshalb so wichtig, weil es nicht nur politische Inhalte, sondern vor allem den direkten Austausch mit Menschen in prekären Lebenslagen ermöglichte.
🗣️ Politischer Austausch über Wahlprogramme
Im Mittelpunkt unseres Austauschs stand die Länge und Komplexität moderner Wahlprogramme, die wir als IGELA kritisch sehen: Für viele Wähler:innen sind die programmatischen Texte heute nicht mehr vermittelbar und damit demokratische Teilhabe erschwert. Dieses Thema war uns ein Anliegen, weil Menschen, die wenig Zeit, Informationszugang oder politische Erfahrung haben, dadurch oft noch weiter von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden.
Frau Aras nahm sich unsere Kritik ernst und zeigte sich offen für eine Diskussion darüber, wie demokratische Kommunikation verständlicher und zugänglicher werden kann.
☕️ Persönliche Gespräche in der Vesperkirche
Neben dem politisch-inhaltlichen Austausch erlebten wir Frau Aras in einem ganz anderen Kontext: Sie war in der Vesperkirche Stuttgart aktiv beim Kaffeeausschenken und im Gespräch mit den Gästen – also mitten im Alltag jener Menschen, die von Armut, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Marginalisierung betroffen sind.
In diesem Rahmen entstand ein direkter, wertschätzender Austausch zwischen Frau Aras und den Besucher:innen der Vesperkirche. Dabei ging es nicht um parteipolitische Rhetorik, sondern um echte Begegnung: Zuhören, Ernstnehmen, Anteilnahme. Dieser persönliche Kontakt war beeindruckend und zeigte, wie wichtig es ist, politische Verantwortung nicht abstrakt, sondern im direkten Austausch mit den Betroffenen wahrzunehmen.
🌟 Eindruck und Dank
Frau Aras machte – wie immer – einen sehr sympathischen und inspirierenden Eindruck. Sie nahm sich Zeit für individuelle Anliegen, hörte aktiv zu und zeigte Respekt für die Perspektiven der Menschen vor Ort. Gerade diese Haltung unterstreicht, wie bedeutsam politische Repräsentation ist, die nah an den Lebensrealitäten der Menschen bleibt.
Wir von IGELA danken Frau Aras herzlich für ihre Zeit, Aufmerksamkeit und offene Gesprächsbereitschaft. Solche Begegnungen stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigen, dass Demokratie lebendig ist – wenn Politik zuhört, statt nur zu erklären.
📌 Ein kurzer Blick auf die Person hinter dem Amt
Muhterem Aras ist seit 2016 Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, eine Position, in der sie die Würde und die Rechte des Parlaments wahrt und als höchste Repräsentantin des Landesparlaments agiert. Sie ist seit 2011 Abgeordnete für den Wahlkreis Stuttgart I und bringt ihre Erfahrung und Stimme ein, um demokratische Werte, Bürgernähe und politische Teilhabe in den Mittelpunkt zu rücken. (landtag-bw.de)
Berufliche Weiterbildung für Langzeitarbeitslose:
Ein wichtiger Schritt zur sozialen Teilhabe
Langzeitarbeitslose stehen häufig vor vielfältigen Barrieren auf dem Weg zurück in Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe: fehlende Qualifikationen, negative Bildungserfahrungen, Betreuungsverpflichtungen oder schwierige Lebenslagen erschweren den Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungschancen. Laut Pressemitteilung des Sozialministeriums Baden-Württemberg fördern der Europäische Sozialfonds Plus (ESF Plus) und das Land Baden-Württemberg deshalb mit rund 4,3 Millionen Euro neue Projekte, die berufliche Weiterbildung für diese Zielgruppe gezielt unterstützen. (Baden-Württemberg.de)
Diese Förderung setzt bei zwei zentralen Herausforderungen an:
👉 Niedrigschwellige Zugänge zur Qualifizierung – neue Angebote sollen Hürden abbauen und Menschen dort abholen, wo sie stehen.
👉 Individuelle Begleitung durch Qualifizierungs-Mentoren – persönliche Unterstützung wird als Schlüssel betrachtet, um Motivation, Selbstvertrauen und berufliche Perspektiven nachhaltig zu stärken. (Baden-Württemberg.de)
Aus Sicht der Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser (IGELA) sind solche Förderungen unerlässlich, weil sie:
• die strukturellen Ursachen von Langzeitarbeitslosigkeit adressieren, anstatt nur kurzfristige Beschäftigung zu schaffen.
• Lebens- und Berufsperspektiven eröffnen, insbesondere für Menschen ohne Berufsabschluss, die sonst auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen haben.
• soziale Teilhabe ermöglichen und Armut verringern, indem Qualifizierung, persönliche Unterstützung und nachhaltige Beschäftigung zusammengedacht werden.
Weiterbildung ist nicht nur Maßnahme – sie ist ein Türöffner zu Würde, Stabilität und gesellschaftlicher Teilhabe. Für IGELA stehen Initiativen wie die assistierte Qualifizierung für Langzeitarbeitslose deshalb im Zentrum einer solidarischen, chancengerechten Arbeitsmarktpolitik.
Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Informiert entscheiden. Mitgestalten. Wählen gehen!
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg steht vor der Tür – und viele Menschen sind noch unentschlossen. Welche Partei vertritt meine Positionen zu Arbeit, sozialer Gerechtigkeit, Bildung oder Teilhabe am besten?
Eine hilfreiche Orientierung bietet der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung.
Der Wahl-O-Mat ist ein interaktives Online-Tool, mit dem Sie Ihre politischen Standpunkte mit den Positionen der antretenden Parteien vergleichen können. In wenigen Minuten erhalten Sie eine fundierte Übersicht darüber, welche Programme Ihren Überzeugungen am nächsten kommen. Transparent, sachlich und parteiunabhängig.
Gerade für Menschen, die sich eine gerechte Arbeitsmarktpolitik, echte Beteiligungschancen und Respekt gegenüber langzeitarbeitslosen Menschen wünschen, ist eine informierte Wahlentscheidung entscheidend. Demokratie lebt davon, dass wir unsere Stimme nutzen.
Unser Appell:
✔ Informiert euch.
✔ Nutzt den Wahl-O-Mat.
✔ Geht am Wahltag wählen.
Jede Stimme zählt. Jede Stimme ist ein Zeichen für Mitbestimmung und soziale Verantwortung.
#Wahl2026 #DemokratieStärken #Mitbestimmen
Jetzt sprechen wir! – Armutsbetroffene berichten aus ihrem Leben
📅 Montag, 2. März 2026
🕕 18:00 Uhr
📍 Vesperkirche Stuttgart
🎟️ Eintritt frei
Wie lebt es sich mit Armut in Stuttgart – mitten in einer wohlhabenden Stadt?
Gemeinsam mit dem Sozialunternehmen Neue Arbeit geht die Landeshauptstadt dieser drängenden Frage nach. Im Rahmen der Veranstaltung werden aktuelle Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt – vor allem aber kommen diejenigen zu Wort, die sonst viel zu selten gehört werden: Menschen, die von Armut betroffen sind und aus ihrem Alltag berichten.
Jetzt sprechen wir schafft Raum für Perspektiven, Erfahrungen und Stimmen, die im öffentlichen Diskurs oft unsichtbar bleiben. Es geht um reale Lebenslagen, strukturelle Hürden – und um die Frage, was sich verändern muss.
Wir laden Sie herzlich ein, zuzuhören, mitzudiskutieren und Solidarität zu zeigen.
👉 Weitere Informationen finden Sie im Flyer zur Veranstaltung.
Bitte nehmen Sie zahlreich teil und bringen Sie Interessierte mit!
IGELA-Treffen am 19.02.2026 bei der Diakonie Württemberg in Stuttgart
Am 19. Februar 2026 kam die IGELA zu ihrem ersten Treffen im neuen Jahr in den Räumlichkeiten der Diakonie Württemberg in Stuttgart zusammen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Weiterentwicklung bestehender Kooperationen sowie die strategische Ausrichtung der Initiative im Kontext aktueller sozial-ökologischer Transformationsprozesse.
Besonders begrüßt wurden 2 neue Mitmachende der IGELA sowie die Gäste des Denkhaus Bremen e.V., Ulrike Eppler und Peter Gerhardt, deren Teilnahme neue inhaltliche Impulse für die zukünftige Arbeit der IGELA setzte. Beide brachten sich sehr engagiert in die Diskussionen ein und wurden als empathische und zugewandte Mitstreiterinnen und Mitstreiter wahrgenommen. Die IGELA freut sich auf weitere gemeinsame Treffen sowie auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Peter Gerhardt vom Denkhaus Bremen e.V. betonte:
„Der kraftvolle Einsatz der Menschen bei der IGELA für eine solidarische Gesellschaft ist beeindruckend. Wir bedanken uns für den herzlichen Empfang in Stuttgart und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.”
Im Rahmen des Treffens wurden insbesondere mögliche Schnittstellen zwischen sozialpolitischem Engagement und ökologischer Transformation diskutiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Menschen mit Armutserfahrungen stärker in Prozesse der sozial gerechten Ausgestaltung von Transformationsmaßnahmen einbezogen werden können.
Holger Fuhrmann, Ansprechpartner der IGELA, erklärte hierzu:
„Das erste Meeting im neuen Jahr eröffnete der Gruppe neue Kooperationschancen. Vom Denkhaus Bremen waren Ulrike und Peter unsere Gäste. Sie eröffnen der IGELA-Gruppe Perspektiven zur sozialen Ausgestaltung der ökologischen Wende beizutragen. Unser besonderes Interesse gilt hier derzeit der Mobilitätswende in Baden-Württemberg, an der wir uns aktiv beteiligen.“
Das Treffen war zudem geprägt von einer regen Beteiligung aller Anwesenden (ca. 20 Mitmachende konnten vor Ort sein), die den gemeinsamen Austausch aktiv mitgestalteten und neue Ideen für zukünftige Projekte einbrachten. Diese Dynamik wirkte nicht nur motivierend für die Fortführung der begonnenen Zusammenarbeit, sondern bestärkte auch darin, weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Arbeit der IGELA zu gewinnen. Neben der Mobilitätswende wurden auch die Themen Wohnen und Einsamkeit als zentrale sozialpolitische Herausforderungen identifiziert, in denen die IGELA ihre Perspektiven und Erfahrungen künftig verstärkt einbringen möchte. Ziel bleibt es, die Rolle als bundesweite Interessenvertretung langzeitarbeitsloser Menschen weiter zu stärken und die Expertise der Initiative konsequent in gesellschaftliche Zukunftsdebatten einzubringen – insbesondere im Sinne einer sozial gerechten und nachhaltigen Transformation.

Wie Bürokratie im Gesundheitswesen Kosten produziert
Ich war kürzlich 2,5 Wochen als Akutpatient in stationärer Behandlung. Im Rahmen der Entlassplanung wurde durch das behandelnde Krankenhaus die medizinische Notwendigkeit einer ambulanten Operation eine Woche nach Entlassung festgestellt. Der Eingriff ist indiziert – und soll von genau dem Krankenhaus durchgeführt werden, das diese Indikation gestellt hat.
Versorgungslogisch wäre der nächste Schritt klar: Terminierung und Durchführung des Eingriffs.
Systemlogisch beginnt stattdessen eine Überweisungsschleife entlang der Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung:
Für die ambulante Durchführung eines im Krankenhaus indizierten Eingriffs benötige ich eine fachärztliche Überweisung aus dem vertragsärztlichen Bereich.
Das bedeutet konkret:
Überweisung durch die Hausärztin zum niedergelassenen Chirurgen –
fachärztliche Konsultation ohne eigene diagnostische Fragestellung –
Ausstellung einer Überweisung zurück in das Krankenhaus, das die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs bereits festgestellt hat.
Die medizinische Indikation bleibt identisch.
Der Leistungserbringer bleibt identisch.
Die Behandlung bleibt identisch.
Was sich ändert, ist ausschließlich die Abrechnungslogik.
Diese formal notwendige „Rücküberweisung“ erzeugt mehrere zusätzliche Verwaltungs- und Abrechnungsvorgänge im EBM-System sowie auf Seiten der Krankenkassen – ohne jeden diagnostischen oder therapeutischen Mehrwert für die Patientin bzw. den Patienten.
Mit anderen Worten:
Wir finanzieren strukturell redundante Arztkontakte, um sektorale Zuständigkeitsgrenzen formal zu legitimieren.
Gleichzeitig wird politisch regelmäßig auf die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen verwiesen – verbunden mit Forderungen nach Ausgabendisziplin, Leistungskürzungen oder stärkerer Eigenverantwortung der Versicherten. Aktuell werden zudem steuerpolitische Entlastungen für Besserverdienende kolportiert, etwa durch ein späteres Greifen des Spitzensteuersatzes – wie von Carsten Linnemann vorgeschlagen.
Während also über Entlastungen höherer Einkommen diskutiert wird, stehen auf der anderen Seite erneut Leistungskürzungen im Raum, die erfahrungsgemäß vor allem die unteren Einkommensschichten treffen – sei es durch Einschränkungen bei sozialstaatlichen Leistungen wie dem Bürgergeld bzw. der Grundsicherung oder durch verschärfte Zumutbarkeits- und Hinzuverdienstregelungen.
Solange jedoch medizinisch indizierte Leistungen durch bürokratische Schnittstellenprozesse künstlich fragmentiert werden, liegt ein nicht unerheblicher Teil des Effizienzproblems nicht in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, sondern in der institutionellen Logik ihrer Abrechnung.
Wer die Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen ernsthaft adressieren will, sollte daher weniger über Leistungskürzungen und mehr über die Überwindung sektoraler Versorgungslogiken sprechen.
Denn teuer ist nicht jede Behandlung – teuer ist vor allem ihre bürokratische Zerstückelung.
Guido Heinemann
Offener Brief an die Bundesregierung
Landtagswahl 2026 in Baden Württemberg
am 8. März 2026 finden in Baden Württemberg die Landtagswahlen statt.
Grundsätze der Wahlen in Deutschland
Wahlen in Deutschland folgen den im Grundgesetz verankerten Wahlgrundsätzen. Sie stellen sicher, dass politische Mitbestimmung fair, frei und gleichberechtigt erfolgt.
Wahlen als Grundlage der Demokratie
Wahlen sind das zentrale Instrument der demokratischen Willensbildung. Durch sie übertragen die Bürgerinnen und Bürger politische Macht auf gewählte Vertreterinnen und Vertreter auf Zeit. Damit sichern Wahlen:
- die Legitimation staatlicher Entscheidungen,
- die politische Beteiligung der Bevölkerung,
- die Kontrolle von Macht, da Regierungen abgewählt werden können,
- sowie die friedliche Austragung politischer Konflikte.
Neu in diesem Jahr
- Zum einen sinkt das Mindestalter der Wahlberechtigen auf 16 Jahre. Bislang lag es bei 18 Jahren.
- Zum anderen haben Wählerinnen und Wähler zukünftig statt einer zwei Stimmen. Sie wählen dann, ähnlich wie bei der Wahl zum Bundestag, mit der Erststimme eine Person und mit der Zweitstimme eine Partei bzw. deren Landesliste.
Ohne freie und faire Wahlen gibt es keine Demokratie. Sie ermöglichen Mitbestimmung, schützen die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger und bilden die Grundlage für einen demokratischen Rechtsstaat.
Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Informationen zur Landtagswahl:
Wahl-o-Mat Landtagswahl BW (ab 9. Februar online)
Landeszentrale für politische Bildung
Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg
Staatsministerium Baden-Württemberg Zahlen, Daten und Fakten zur Landtagswahl
Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl BW 2026
Alle Informationen zur Landtagswahl BW 2026 in leichter Sprache
“SPOTLIGHT BETEILIGUNG, WIR UND IHR”
Am 11.12.2025 fand die Veranstaltung “SPOTLIGHT BETEILIGUNG, WIR UND IHR” im Format einer Talkrunde mit Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Arbeitslosenhilfe und Diakonie im “FUTURUM” der Diakonie Württemberg statt.
Bericht von Claudia Wanner ich habe dort die IGELA vertreten.
Beteiligung auf Augenhöhe.
Wie wurde sie bis Jetzt erlebt, was hat funktioniert und was eher nicht?
Aus welchen Gründen beteiligen wir uns, was brauchen und wünschen wir uns?
• Was wir uns wünschen ist, dass der Begriff “Augenhöhe” nicht inflationär benutzt werden sollte.
• Wir wünschen uns einen Dialog aller Akteur: innen, wir wollen gehört und ernstgenommen werden.
• Dass kurze Informationswege vom Bedarf bis zur Hilfe zielführend und für passgenauere Lösungen nötig sind, haben alle Beteiligten schnell erkannt.
Diese Art des Austausches soll gestärkt und etabliert werden.
“Hört auf, “danke” zu sagen, nehmt euch Raum!”. So wurde ich von der großartigen Moderatorin Valeria Anselm unterbrochen.
Und dennoch möchte ich der Diakonie und dem Futurum für den gelungenen Auftakt einer erfolgversprechenden Beteiligungsreihe danken.
Ich danke Dr. Knapp für sein Interesse, Valeria Anselm und Hartmut Seitz-Bay für die Moderation, dem Duo Parallel, das für ein wunderbares musikalisches Programm gesorgt hat, David Nausner für die Organisation, die keine Wünsche offenließ und allen anderen Beteiligten.
Wir freuen uns sehr auf weitere produktive Treffen im nächsten Jahr.
Frohe Feiertage Allen
Gemeinsam statt Ausgrenzung – Eindrücke vom Erwerbslosenparlament in Schwerin
Ein Bericht von Guido Heinemann, IGELA – Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser
Am 11. November 2025 fand im Schweriner Landtag das 26. Erwerbslosenparlament Mecklenburg-Vorpommern statt – eine beeindruckende Veranstaltung, die unter dem Motto stand:
„Die Verteidigung der demokratischen Werte braucht soziale Sicherheit und Teilhabe.“
Ich durfte als Sprecher der IGELA – Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser dabei sein und unsere Arbeit sowie die Perspektive Betroffener einbringen. Besonders bewegt hat mich die Atmosphäre: solidarisch, offen, engagiert – getragen von Menschen, die sich gegenseitig stärken und für gesellschaftliche Teilhabe eintreten.
Mein Beitrag: Vorstellung der Studie „Arbeit lohnt sich immer?!“
Ich hatte die große Freude und Ehre, in meinem Beitrag die Studie „Arbeit lohnt sich immer?! – Warum Langzeitarbeitslose trotz Fachkräftemangel selten in den Arbeitsmarkt eintreten“ vorzustellen.
Die Studie wurde von der Neuen Arbeit Stuttgart in Kooperation mit der EFAS (Der Evangelische Fachverband Arbeit und Soziale Integration e. V.) erstellt. Auch zwei Mitmachende der IGELA haben aktiv an der Studie mitgearbeitet.
Unser Ziel war es, die Ursachen von Langzeitarbeitslosigkeit aus Sicht der Betroffenen selbst zu verstehen – nicht über sie zu reden, sondern mit ihnen zu forschen.
Langzeitarbeitslose Menschen wurden als Co-Forscher:innen beteiligt, haben Interviews geführt und ihre Perspektiven eingebracht.
Zentrale Erkenntnisse:
- Langzeitarbeitslosigkeit ist kein individuelles Scheitern, sondern ein komplexes, sich selbst verstärkendes System aus strukturellen, psychischen und gesellschaftlichen Faktoren.
- Angst und Ambivalenz spielen eine große Rolle – viele wollen arbeiten, aber die Angst vor Versagen, Druck und Verlust von Sicherheit ist immens.
- Übergänge in Arbeit sind Hochrisikophasen, die individuelle Begleitung auf Augenhöhe erfordern – nicht Sanktionen, sondern Vertrauen und Coaching.
- Arbeit „lohnt sich“ dann, wenn sie Sinn, Sicherheit und Würde gibt.
Die Resonanz auf meinen Vortrag war durchweg positiv – viele Teilnehmende und Fachleute äußerten Interesse, die Studie weiterzulesen oder für ihre eigene Arbeit zu nutzen. Besonders erfreulich war, dass sich mein Beitrag wunderbar mit den analytischen Impulsen von Dr. André Knabe vom Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock ergänzte, mit dem ich mich anschließend noch intensiv austauschen konnte.
Begegnung, Austausch und Aufbruchsstimmung
Die Veranstaltung war geprägt von offenem Dialog und ehrlichem Interesse – zwischen Erwerbslosen, Initiativen, Wissenschaft und Politik.
Ich habe unzählige inspirierende Gespräche geführt, Menschen kennengelernt, die mit Mut, Empathie und Energie für soziale Gerechtigkeit eintreten.
Trotz meiner fast 15-stündigen Heimreise (Dienstagmorgen um 6 Uhr war ich endlich zu Hause – liebe Grüße an die Deutsche Bahn 😉) war ich erfüllt und dankbar.
Diese Veranstaltung hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig Begegnung und Solidarität sind – und dass es Räume braucht, in denen Betroffene selbst sprechen, gestalten und gehört werden.
Ein starkes Signal aus Schwerin
Das Erwerbslosenparlament hat ein deutliches Zeichen gesetzt: gegen Ausgrenzung, gegen Stigmatisierung, für Würde und Teilhabe.
Ich nehme viele Eindrücke und Impulse mit – und werde sie weitertragen.
Dank und Ausblick
Mein herzlichster Dank gilt allen Organisator:innen, Mitstreiter:innen und Möglichmacher:innen dieser großartigen Veranstaltung.
Ihr habt einen Raum geschaffen, in dem Austausch, Empathie und echtes Miteinander spürbar waren.
Ich hoffe sehr, dass wir in Kontakt bleiben und sich weitere Gelegenheiten zur Zusammenarbeit ergeben – denn wir alle leisten wertvolle Arbeit. Auch wenn es sich manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt: Wir verändern etwas. Schritt für Schritt.
Link zur ARD Mediathek “Bericht im Nordmagazin zum Erwerbslosenparlament Schwerin 2025”
Weitere Infos zur Studie:
📘 „Arbeit lohnt sich immer?! Warum Langzeitarbeitslose trotz Fach- und Arbeitskräftemangel selten in den Arbeitsmarkt eintreten.“
Eine Kooperation von Neue Arbeit Stuttgart, EFAS, IAB
Download kostenlos unter: www.arbeit-lohnt-sich-immer.de
IGELA bei der Abschlussveranstaltung „Mobilitätswende gerecht gestalten“ in Stuttgart
Am 7. November 2025 war IGELA bei der Abschlussveranstaltung „Mobilitätswende gerecht gestalten“ im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart vertreten. Eingeladen hatten das Verkehrsministerium Baden-Württemberg und die Evangelische Akademie Bad Boll.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Mobilitätswende sozial gerecht gestaltet werden kann – damit nachhaltige Mobilität allen Menschen offensteht. Politik, Verwaltung, Sozial- und Wohlfahrtsverbände diskutierten über bestehende Verbesserungen, künftige Maßnahmen und konkrete Schritte für mehr Teilhabe.
IGELA brachte dabei die Perspektive langzeitarbeitsloser Menschen ein – einer Gruppe, die oft von Mobilitätsarmut betroffen ist. Unser Anliegen: Mobilität ist Teilhabe! Wer Bus, Bahn oder Fahrrad nicht nutzen kann, bleibt ausgeschlossen. Eine gerechte Mobilitätswende muss daher auch Armut berücksichtigen.
Wir danken dem Verkehrsministerium und der Evangelischen Akademie Bad Boll für die Einladung und den offenen Austausch – und bleiben weiter dran an einer Mobilitätswende, die niemanden zurücklässt.
Link zur Webseite “Mobilität der einen darf nicht auf Kosten anderer gehen” des Landes Baden- Württenberg
Link zur Veranstaltungsseite der Evangelischen Akademie Bad Boll Abschlussveranstaltung “Mobilitätswende gerecht gestalten”
Schön gestaltetePlakate zum Thema „Mobilitätswende gerecht gestalten“
Neue Broschüre: Spartipps für ein besseres Leben in Stuttgart
Was tun, wenn das Geld knapp ist? Die Demokratiebegleiter:innen haben eine Broschüre zusammengestellt, die zeigt, wo man in Stuttgart kostenlos oder günstig durchs Leben kommt – von Essen und Kleidung über Freizeit und Bildung bis hin zu medizinischer Hilfe.
Die „Spartipps für ein besseres Leben in Stuttgart“ bündeln viele nützliche Adressen, Öffnungszeiten und Internetlinks – übersichtlich sortiert und mit einem praktischen Register. Viele Angebote sind sogar komplett kostenlos.
Die Broschüre wächst mit: Wer neue Tipps kennt oder Änderungen bemerkt, kann sich gerne melden unter demokratiebegleiter@neuearbeit.de.
IGELA im Trottwar – „Das gute Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein“
In der aktuellen Ausgabe des Straßenmagazins Trottwar ist ein ausführlicher Bericht über die IGELA erschienen. Unter dem Titel „Das gute Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein“ beschreibt Autorin Adriane Dietrich, was unsere Arbeit ausmacht: Selbsthilfe, gegenseitige Unterstützung und das gemeinsame Engagement für mehr Sichtbarkeit und Würde langzeitarbeitsloser Menschen.
Im Gespräch mit Claudia Wanner und Guido Heinemann von der IGELA sowie Holger Fuhrmann vom Diakonischen Werk Württemberg wird deutlich, warum es eine Initiative wie die IGELA braucht – und wie wichtig Gemeinschaft, Mitbestimmung und politische Teilhabe sind.
Wir bedanken uns herzlich bei der Trottwar-Redaktion für den einfühlsamen Bericht und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es war uns eine Freude, Teil dieses Projekts zu sein – und wir freuen uns schon jetzt auf weitere gemeinsame Aktionen für Solidarität und soziale Gerechtigkeit.
Den vollständigen Artikel findet ihr in der aktuellen Trottwar-Ausgabe oder hier zum Nachlesen:
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Statement der IGELA zum Kabinettsbeschluss vom 9. Oktober 2025 zur Verschärfung des Bürgergeldes
Der gestrige Kabinettsbeschluss ist ein erneuter Rückschlag für eine realistische und menschenwürdige Arbeitsmarktpolitik. Die von der Regierung vorgesehenen Verschärfungen bei Sanktionen und die Wiedereinführung des Vermittlungsvorrangs treffen nicht dort, wo Reformbedarf besteht – sie treffen diejenigen, die ohnehin schon in einer prekären Lebenslage stecken. Für uns als IGELA ist klar:
- Sanktionsverschärfungen: Stigmatisierung statt Hilfe
- Sanktionen von 100 % für Menschen, die sich angeblich „willentlich“ weigern, Arbeit aufzunehmen, laufen Gefahr, unter das Existenzminimum zu drängen – und damit gegen das Grundgesetz zu verstoßen.
Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 2019 entschieden, dass starre Regelungen, bei denen Leistungskürzungen unter das menschenwürdige Existenzminimum führen, nicht verfassungskonform sind. (Bundesverfassungsgericht)
Insbesondere kritisierte das Gericht Kürzungen von 60 % und Totalstreichungen als unverhältnismäßig. (Bundesverfassungsgericht)
Die Regel der maximal zulässigen Sanktionierung von 30 % (bei Pflichtverletzungen) wurde als Obergrenze festgelegt, um das menschenwürdige Existenzminimum zu schützen. (diakonie.de) - Schon eine Kürzung von 30 % kann für viele Betroffene dramatische Folgen haben: mehr Schulden, Energieabbau, Wohnungsunsicherheit.
Wer einmal durch eine Sanktion in Armut abrutscht, findet sich oft im Teufelskreis wieder – mit noch geringerer Gestaltungsfähigkeit, selbst wenn er oder sie erneut Arbeit findet. - Das am 16. August 2022 verkündete Urteil des Sozialgerichts Berlin ist ein praktisches Beispiel: eine 100 %-Sanktion wurde aufgehoben, weil das Existenzminimum nicht gesichert war. (gegen-hartz.de)
- Vermittlungsvorang: Drohkulisse statt echte Teilhabe
Der sogenannte Vermittlungsvorang – also der Zwang, erst jede beliebige Arbeit anzunehmen, bevor nach Passenderem geschaut wird – führt nicht zu guter Integration. Er erzeugt:
- den Drehtüreffekt: Menschen nehmen eine Stelle an, die nicht zu Lebenssituation, Qualifikation oder Gesundheit passt, nur um aus der Statistik zu fallen – und landen kurz darauf wieder in der Arbeitslosigkeit.
- eine permanente Unsicherheit: Alleinerziehende, Pflegeverpflichtete oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sind strukturell benachteiligt. Sie können oft nicht „any job“ ausüben, so sehr sie das wollen.
- Stigmatisierung: Wer aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen, fehlender Kinderbetreuung oder fehlender Qualifikation „nicht verfügbar“ ist, wird schnell als „Makel“ klassifiziert – anstatt individuell unterstützt.
Ein solcher Vorrang setzt nicht auf motivierende Ermöglichung, sondern auf Druck und Ausgrenzung.
- Kürzung der Karenzzeit und des Schonvermögens: Gefährdung der Altersabsicherung
- Die Einschränkung der Karenzzeit für Einkommen und Vermögen schwächt den Schutz von Rücklagen, gerade für Menschen, die eine längerfristige Stabilisierung aufbauen wollen.
- Ein zu geringes Schonvermögen zieht oft Lähmungseffekte nach sich. Wer darum fürchtet, später im Alter zu verarmen, wird kaum in Weiterbildung investieren oder Risiken eingehen.
Bei hohen Wohnkosten – besonders in Ballungsräumen – wird die Situation zusätzlich verschärft: Zwangsumzüge, Wohnungswechsel oder Verschuldung drohen, was wiederum die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft. Bereits heute müssen Betroffene häufig vom Regelsatz Geld zur Miete zuschießen was letztendlich bedeutet das dieses Geld an anderer Stelle wie z.B. der Ernährung, für Kleidung usw. fehlt. Da auch der im Regelsatz vorgesehene Teil für Stromkosten oft nicht ausreichend ist es kaum noch möglich eine ausreichende Ernährung und die Versorgung des Haushaltes mit Strom sicherstellen zu können.
Wirklich sinnvoll wäre: Qualifizierung und nachhaltige Vermittlung statt Druck
Wir fordern als IGELA:
- Stärkung von Qualifizierungsangeboten, passgenau und mit ausreichender Zeit und Unterstützung.
Nur wer befähigt wird, kann dauerhaft integriert werden – und nicht über eine Maßnahme nach der anderen gedrückt werden. - Individuelle Vermittlung statt pauschaler Vorrang-Regeln.
Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen – das muss anerkannt und berücksichtigt werden, nicht pauchaliert. - Beachtung der Verfassung: Eingriffe müssen verhältnismäßig sein; das Existenzminimum darf nicht gefährdet werden.
- Fokus auf strukturelle Reformen anstatt Sündenbock-Debatten:
Warum lenkt die Regierung ab – über „Bürgergeld-Kürzungen“ –, statt sich endlich um Reformen bei Krankenversicherung, Rente und Sozialstaat zu kümmern (etwa eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen)? - Schluss mit Ablenkungsdiskursen: Ob vegane Schnitzel, Babyöl oder Sonnenmilch — solche Themen sind Show und verzerren die politische Debatte, während die sozialen Probleme ungelöst bleiben.
Schlusswort
Dieses Kabinettsvorhaben zeigt erneut: Die Regierung interessiert sich weniger für die Bedarfe wirklicher Menschen als für Symbolpolitik und Einsparungsideologien. Diejenigen, die schon am wenigsten haben, werden noch stärker belastet – und das mitten in einer Zeit von steigenden Lebenshaltungskosten und wachsenden Ungleichheiten. Wir fordern: Weg von Sanktionen, hin zu echter Teilhabe; weg von „Vermittlung um jeden Preis“, hin zu passgenauen Lösungen. Die IGELA sieht diesen Gesetzesentwurf äußerst kritisch.
Die IGELA ist offen für Gespräch und Diskussion und verbleibt mit freundlichen Grüßen!
Guido Heinemann
Sprecher der IGELA
IGELA beim „Tag der Wohnungslosen Menschen“ in Esslingen – Ein Tag der Zusammenkunft, des Zuhörens und neuer Perspektiven
Am 11. September 2025, dem bundesweiten Aktionstag der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen, war die IGELA (Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser Menschen) mit einer starken Präsenz vor Ort – und es war ein überaus erfolgreicher Tag.
Unsere Beteiligung
- Ich durfte eine Rede halten, in der ich die Situation und Bedürfnisse der Betroffenen klar skizziert habe und auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen habe, Mehr Unterstützung und konkrete Maßnahmen zu realisieren.
- Neben der Rede gab es zahlreiche Gespräche mit Betroffenen, Ehrenamtlichen, Vertreter:innen aus Politik und sozialen Organisationen. Diese Begegnungen haben nicht nur neue Einblicke gebracht, sondern auch neue Kontakte geknüpft, die für zukünftige Zusammenarbeit vielversprechend sind.
Kooperation und positive Impulse
- Besonders erfreulich war die Anwesenheit des Demokratie-Bikes der Neuen Arbeit Stuttgart – auch dort war der Tag geprägt von viel positiver Resonanz. Das Demokratie-Bike bot eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, Anregungen aufzunehmen und sichtbar zu sein.
- Viele Organisationen zeigten großes Interesse, gemeinsame Projekte zu entwickeln oder bestehende Aktivitäten zu vernetzen.
Hintergrund: Die Situation in Esslingen
Laut einem Artikel der Esslinger Zeitung sind in Esslingen etwa 300 bis 500 Menschen wohnungslos oder zumindest bedroht von Wohnungslosigkeit. (Esslinger Zeitung)
Die Zeitung berichtet weiter, dass die Zahl derjenigen, die in der sogenannten Wohnungslosennotfallkartei der Stadt geführt werden, über die Jahre gleich geblieben sei – was aber vor allem damit zu tun habe, dass die Kriterien zur Aufnahme verschärft wurden.
Auch wird darauf hingewiesen, dass viele Frauen betroffen sind und oft keinen eigenen Mietvertrag haben oder nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um unabhängig zu leben.
Was nehmen wir mit – und was bleibt zu tun
- Mehr Sichtbarkeit schaffen: Der Aktionstag und die Kundgebung vor dem Alten Rathaus haben gezeigt: Wohnungslosigkeit muss deutlicher ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft, der Politik und der Verwaltung rücken.
- Netzwerke ausbauen: Die neu geknüpften Kontakte zu anderen Organisationen stärken unsere Kapazitäten – in Beratung, Prävention und unmittelbarer Hilfe.
- Konkrete Forderungen: Es braucht mehr leistbaren Wohnraum, bessere Zugänge zu Unterstützungsangeboten und eine Stadtpolitik, die nicht nur reagiert, sondern proaktiv handelt.
- Sensibilisierung und Aufklärung: Gerade das Bewusstsein über strukturelle Ursachen von Wohnungslosigkeit (z. B. prekäre Arbeitsverhältnisse, mangelnde Mietverträge, finanzielle Unsicherheit) soll weiter geschärft werden.
Wir danken allen, die an diesem Tag dabei waren – den Organisator:innen, allen Mitwirkenden, Zuhörenden und Redner:innen und ganz besonders Martin Auerbach für die herzliche Einladung. Die IGELA sieht diesen Tag als Startpunkt für verstärkte gemeinsame Aktionen in Esslingen.
Wenn ihr Ideen habt, wie wir weiter zusammenarbeiten können, oder Interesse an Kooperationen habt – meldet euch gern bei u
Studie „Arbeit lohnt sich immer?!“: IGELA-Sprecher:innen forschen mit – Langzeitarbeitslose schildern eigene Perspektiven
Warum gelingt es vielen langzeitarbeitslosen Menschen nicht, trotz Fachkräftemangel in Arbeit zu kommen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der qualitativen Studie „Arbeit lohnt sich immer?!“, durchgeführt vom Evangelischen Fachverband für Arbeit und soziale Integration (EFAS) und dem Sozialunternehmen NEUE ARBEIT gGmbH. Zwei unserer IGELA-Sprecher:innen, Claudia Wanner und Guido Heinemann, waren aktiv an der Studie beteiligt – nicht nur als Interviewer, sondern auch als Mitforschende in der Konzeption und Umsetzung.
Das Besondere an der Untersuchung: Langzeitarbeitslose Menschen wurden von Beginn an in den Forschungsprozess einbezogen. Sie führten selbst Interviews, nahmen an der Auswertung teil und gaben der Studie damit eine authentische und respektvolle Perspektive „auf Augenhöhe“. Befragt wurden insgesamt 34 Personen im Alter von 21 bis 61 Jahren aus ganz Deutschland. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch Interviews mit Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft.
Zentrale Erkenntnisse der Studie:
Viele Langzeitarbeitslose wollen arbeiten – doch Unsicherheiten, Ängste und schlechte Erfahrungen halten sie davon ab, in den regulären Arbeitsmarkt zurückzukehren. Besonders schwer wiegen dabei:
- die Angst, in der neuen Stelle zu scheitern,
- das Gefühl, in der Arbeitswelt nicht mehr „mitzukommen“,
- das Risiko, in prekären Verhältnissen zu landen,
- sowie die Sorge, vertraute Strukturen – etwa in Beschäftigungsmaßnahmen – zu verlieren.
Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass es nicht „den einen“ typischen Langzeitarbeitslosen gibt. Vielmehr führen individuelle Biografien, oft verbunden mit gesundheitlichen Belastungen, Gewalterfahrungen oder fehlenden Orientierungsmöglichkeiten, in die Langzeitarbeitslosigkeit – und machen den Weg heraus ebenso komplex. Entsprechend braucht es differenzierte, geduldige und unterstützende Angebote, die Vertrauen schaffen und Perspektiven ermöglichen.
IGELA setzt sich genau dafür ein: für mehr Verständnis, für faire Chancen und für Wege aus der Unsichtbarkeit. Dass Claudia Wanner und Guido Heinemann an dieser wegweisenden Studie mitgewirkt haben, unterstreicht, wie wichtig es ist, Betroffene selbst zu Wort kommen zu lassen – als Expert:innen in eigener Sache.
Fazit: Wer die Stimmen langzeitarbeitsloser Menschen ernst nimmt, erkennt schnell: Die Hindernisse auf dem Weg in Arbeit sind oft nicht Faulheit oder mangelnder Wille, sondern Angst, Ausgrenzung und fehlende gesellschaftliche Unterstützung. Die Studie „Arbeit lohnt sich immer?!“ macht diese Realitäten sichtbar – und liefert wichtige Impulse für eine inklusivere Arbeitsmarktpolitik.
„Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen“
Fachtagung „Pro Arbeit sozial 2025“ im Hospitalhof Stuttgart
Wohin steuert die Arbeitsmarktpolitik? – Bestandsaufnahme nach der Bundestagswahl
Am 28. Mai 2025 trafen sich im Hospitalhof Stuttgart Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden und Praxis, um über die zukünftige Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik zu diskutieren. Ausgangspunkt waren die bisherigen Vorhaben der neuen Bundesregierung – und die Frage, wie diese umgesetzt werden sollen. Zentral war dabei, welche Auswirkungen die geplanten Maßnahmen auf Menschen mit Unterstützungsbedarf, soziale Unternehmen, Jobcenter und die Gesellschaft insgesamt haben.
Die Diskussion fand vor dem Hintergrund einer angespannten Lage statt: Gekürzte Mittel im Bereich Arbeitsmarktpolitik erschweren die Umsetzung von Angeboten in Beschäftigung, Weiterbildung und Sprachförderung. Erste Projekte mussten bereits schließen, langfristige Perspektiven für arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen gehen verloren.
Weniger Bürokratie – mehr Unterstützung
Guido Heinemann von der IGELA (Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser) eröffnete die Veranstaltung und forderte mehr praxisnahe Unterstützung statt übermäßiger Verwaltungsauflagen. Er betonte das Recht auf bezahlte Arbeit, verlässliche Kinderbetreuung sowie Hilfen bei psychischen und körperlichen Belastungen.
Andrea Bartsch, Sprecherin des Fachausschusses Arbeit der Liga der freien Wohlfahrtspflege Stuttgart, verdeutlichte den Rückgang an Arbeitsgelegenheiten: Gab es früher bis zu 300 solcher Angebote in Stuttgart, sind es 2025 nur noch rund 90. Dies habe nicht nur für Betroffene Folgen, sondern auch für Einrichtungen wie Fahrradservice-Stationen oder Sozialkaufhäuser, die nun Personal verlieren.
Aus Sicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erklärte Janna Czernomoriez, dass die neue Grundsicherung keine Abkehr vom Bürgergeld darstelle. Sie sprach sich für weniger Bürokratie in der Arbeitshilfe aus und hob die Bedeutung von Gesundheit als Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration hervor.
Teilhabe als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
In der Podiumsdiskussion unter Leitung von Journalist Joti Fotiadis diskutierten:
- Janna Czernomoriez (BMAS)
- Florian Wahl (SPD-Landtagsabgeordneter)
- Petra Rühle (Stadträtin, Bündnis 90/Die Grünen)
- Carl Philipp Schöpe (Geschäftsführer Jobcenter Mannheim)
- Tanja Herbrik (Geschäftsführerin Kreisdiakonieverband Esslingen)
- Claudia Wanner (Sprecherin IGELA)
Die CDU war eingeladen, blieb der Veranstaltung jedoch fern.
Claudia Wanner, selbst lange Zeit arbeitslos, räumte mit Vorurteilen auf: „Nicht alle Langzeitarbeitslosen sind arbeitsunwillig. Individuelle Betreuung ist entscheidend.“ Tanja Herbrik betonte, dass nicht jeder in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden könne – dennoch leisteten alle Betroffenen einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft.
Florian Wahl sprach die fehlende gesellschaftliche Einigkeit an: „Ohne einen breiten Konsens über die Bedeutung von Teilhabe fehlt auch die Bereitschaft, ausreichend zu investieren.“
Über „Pro Arbeit sozial“
Die Tagung „Pro Arbeit sozial“ wird jährlich von Stuttgarter Trägern der Arbeitshilfe und Wohlfahrtsverbänden organisiert. Sie ist bundesweit einzigartig und widmet sich arbeitsmarktpolitischen Fragen, um die Integration von Erwerbslosen zu verbessern.
Weitere Informationen: proarbeit-sozial.de
Zur erneuten Debatte über schärfere Sanktionen gegen Arbeitsverweigerer im Bürger-
geld-Bezug erklärt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland:
„Keine Frage, wer beim Bürgergeld betrügt oder es sich auf Kosten anderer bequem macht, muss mit Sanktionen rechnen. Die aktuelle Debatte wird aber nicht sachlich geführt. Alle Daten zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld Anstrengungen unternimmt, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Sie haben populistische Stimmungsmache nicht verdient, sondern müssen flächendeckend und professionell bei der Arbeitssuche unterstützt werden.
Wer ernsthaft gegen Sozialbetrug vorgehen will, muss über Steuerhinterziehung reden – im kleinen wie im großen Stil. Die Deutsche Steuergewerkschaft schätzt, dass dem Staat durch Steuerhinterziehung jährlich rund 100 Milliarden Euro verloren gehen. Das Geld fehlt für die Sanierung der Infrastruktur, für unsere Schulen und Kitas oder für die Rente. Wer es mit Gerechtigkeit wirklich ernst meint, muss auch die reichen Betrügerinnen und Betrüger in den Blick nehmen.“
Hintergrund
Das Bürgergeld wurde zum 1. Januar 2023 eingeführt. Es ist eine Sozialleistung, die das menschenwürdige Existenzminimum derjenigen sichern soll, die erwerbsfähig sind und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen decken können.
Im Jahr 2025 bezogen bis Februar durchschnittlich ca. 5,52 Mio. Men-
schen Bürgergeld, wobei ca. 1,46 Mio. nicht erwerbsfähig waren. Von den verbleibenden rund 4 Millionen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten waren weniger als die Hälfte überhaupt arbeitslos. Denn mehr als die Hälfte sind sogenannte Aufstockerinnen und Aufstocker, in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme, gehen zur Schule, studieren, pflegen Angehörige, erziehen Kinder oder stehen aus anderen, triftigen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Es gibt nur wenige Menschen, die sich allen angebotenen Arbeitsstellen verweigern. Laut der Bundesagentur für Arbeit waren 2023 lediglich 0,4 Prozent der Bürgergeld -Empfänger:innen sogenannte Totalverweigerer:innen. Im Jahr 2024 hat das Bundesarbeitsministerium 421 Fälle von „bandenmäßigem” Leistungsmissbrauch beim Bürgergeld erfasst.
Quelle: Diakonie Deutschland
Dritter Teilhabe-Bericht für Baden-Württemberg erschienen: Armut, Ungleichheit und Vertrauen in die Demokratie im Fokus
Der aktuelle Bericht zur gesellschaftlichen Teilhabe in Baden-Württemberg untersucht die ökonomische Lage der Bevölkerung und deren Auswirkungen auf politische Einstellungen und demokratische Teilhabe. Auch wenn die Einkommensungleichheit seit 2021 weitgehend stabil geblieben ist und der Anteil armutsgefährdeter Menschen 2023 bei 15,4 % lag, zeigt der Bericht deutliche Belastungen durch die Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie. Gerade Menschen mit niedrigem Einkommen sind hiervon besonders betroffen, da sie einen Großteil ihres Budgets für diese Grundbedarfe aufwenden müssen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage, sozialem Vertrauen und politischer Zufriedenheit. Die Ergebnisse machen deutlich: Wer sich in einer prekären ökonomischen Situation befindet und wenig Vertrauen in andere Menschen hat, zeigt tendenziell auch weniger Vertrauen in die Politik und ist mit der Funktionsweise der Demokratie unzufriedener. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheit gehen hier also Hand in Hand mit demokratischer Distanz.
Der Bericht ist Teil der modularen Armutsberichterstattung des Landes und wurde im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration erstellt. Neben einer fundierten Datenauswertung durch das Forschungsinstitut FaFo enthält der Bericht sozialpolitische Empfehlungen des Landesbeirats zur Armutsbekämpfung sowie eine Einschätzung des Ministeriums.
Fakten statt Vorurteile: Mythen über Armut hinterfragt
In der öffentlichen Debatte über Armut halten sich viele Vorurteile hartnäckig – etwa die Annahme, Armut sei immer selbst verschuldet oder betreffe nur Menschen, die nicht arbeiten wollen. Um diesen weitverbreiteten Mythen mit Fakten zu begegnen, hat die Fachstelle FaFo BW gemeinsam mit der Initiative MACH DICH STARK – für Kinder in Baden-Württemberg ein kompaktes Informationsblatt veröffentlicht.
Das Mythenblatt zu Armut und Kinderarmut (PDF) beleuchtet sieben häufige Aussagen kritisch und stellt ihnen wissenschaftlich fundierte Daten gegenüber. Ziel ist es, für das Thema Armut zu sensibilisieren und faktenbasierte Diskussionen zu fördern.
Merz will Mieten für Bürgergeld-Empfänger deckeln – Kritik und Sorgen um Obdachlosigkeit
CDU-Chef Friedrich Merz hat vorgeschlagen, die Mietkostenübernahme für Bürgergeld-Empfänger zu begrenzen. Dieser Vorstoß stößt jedoch auf breite Kritik: Sozialverbände, Wirtschaftsexperten und Politiker warnen vor negativen Folgen wie wachsender Obdachlosigkeit, zusätzlicher Bürokratie und rechtlichen Problemen.
Grünen-Politiker Timon Dzienus hält den Vorschlag für realitätsfern und unsozial – viele Betroffene müssten bereits jetzt aus eigener Tasche zur Miete zuzahlen. Auch der Sozialverband VdK betont, dass die aktuellen Mietobergrenzen nicht mehr dem realen Wohnungsmarkt entsprechen. In Städten wie Berlin sei es nahezu unmöglich, eine passende Wohnung zum vorgegebenen Preis zu finden.
Ökonomen wie Marcel Fratzscher (DIW) und Ralph Henger (IW) äußern ebenfalls Zweifel am Nutzen der Maßnahme. Sie sehen wenig Einsparpotenzial und warnen vor erheblichem Verwaltungsaufwand. Zudem existieren in vielen Kommunen bereits heute Mietobergrenzen.
Die Diakonie fordert von der Bundesregierung rechtssichere Lösungen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern. Statt Kürzungen brauche es verlässlichen und bezahlbaren Wohnraum, um langfristig auch die Sozialausgaben zu senken.
TAZ Kommentar zum Sommerinterview mit Kanzler Friedrich Merz
IGELA bei “Zur Sache Baden-Württemberg !
Für die Sendung “Zur Sache Baden-Württemberg – Mindestlohn rauf – fair oder fatal?” war ein Team bei unserem Treffen am 02. Juli 2025 zu Besuch. Es wurden einige Impressionen von unserer Arbeit gezeigt und vor allem ein Statement von Claudia Wanner aufgezeichnet und in der Abendsendung ausgestrahlt.
Politik mitklicken!
Seit dem 1. Juli 2025 können Bürger:innen in Baden-Württemberg öffentliche Petitionen ganz einfach online mitzeichnen. Wer über 10.000 Unterstützer:innen mobilisiert, bringt sein Anliegen sogar vor den Landtag. Ein wichtiger Schritt für mehr digitale Beteiligung und echte Mitbestimmung!
👉 Jetzt mehr erfahren über die neue Chance, Politik aktiv mitzugestalten!
“15 Euro Mindestlohn – wirklich ein Risiko?”
Arbeitsplätze in Gefahr, steigende Preise, schwache Wirtschaft – rund um den Mindestlohn kursieren viele Mythen. Doch was ist dran an diesen Behauptungen? Marcel Fratzscher (Vorstand, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin)) räumt in seiner Kolumne mit den fünf größten Irrtümern auf – und zeigt, warum ein höherer Mindestlohn nicht das Problem, sondern Teil der Lösung ist.
👉 Jetzt weiterlesen und erfahren, was wirklich hinter der Debatte steckt!
Neue Studie zum Bürgergeld veröffentlicht – jetzt lesen!
Wie wirken sich Sanktionen auf Menschen im Bürgergeldbezug wirklich aus? Die Initiative Sanktionsfrei hat dazu eine umfassende Studie veröffentlicht: #Studie25 beleuchtet die psychosozialen Folgen und zeigt, wie Vertrauen statt Druck wirkt.
🔍 Zur Studie: sanktionsfrei.de/studie25
💬 Ein Muss für alle, die sich mit sozialer Gerechtigkeit, Grundsicherung und Menschenwürde beschäftigen!
CO₂-Abgabe trifft Arme härter – sozialer Ausgleich bleibt aus
Seit 2021 steigt die CO₂-Abgabe jährlich an. 2023 lag sie bei 30 Euro pro Tonne CO₂ – das entspricht etwa 9,5 Cent pro Liter Heizöl oder rund 0,6 Cent pro kWh Erdgas. Für Haushalte mit durchschnittlichem Gasverbrauch bedeutete das Mehrkosten von rund 116 Euro im Jahr. Ab 2027 wird der CO₂-Preis nochmals deutlich ausgeweitet: Dann greift der neue EU-Emissionshandel (ETS 2) und bezieht erstmals auch Gebäude und den Straßenverkehr mit ein. Die Folge: Heizen und Autofahren werden weiter teurer – besonders für Menschen mit wenig Einkommen.
Weil alle denselben Preis zahlen – unabhängig vom Einkommen – belastet die CO₂-Abgabe ärmere Haushalte überproportional stark.
Geplante Ausgleichszahlungen wie das Klimageld wurden von der alten Bundesregierung angekündigt, aber nie umgesetzt. Im neuen Koalitionsvertrag von Union und SPD fehlt davon jede Spur. Statt klarer Entlastung gibt es nur vage Versprechen.
Wer wenig hat, zahlt am meisten – und bleibt wieder einmal auf der Strecke.
Artikel zum Thema auf Correctiv.org
Systemfehler Gesundheit – Risikofaktor Armut
Die SWR-Wissen-Dokumentation „Systemfehler Gesundheit – Risikofaktor Armut“ beleuchtet eindrucksvoll, wie soziale Ungleichheit in Deutschland zu gravierenden gesundheitlichen Nachteilen führt. Moderiert von Gilda Sahebi und Aljosha Muttardi, zeigt der Beitrag, dass Menschen mit geringem Einkommen nicht nur häufiger erkranken, sondern auch eine deutlich niedrigere Lebenserwartung haben als Wohlhabende. Die Ursachen sind vielfältig: ungesunde Ernährung, chronischer Stress, mangelnder Zugang zu medizinischer Versorgung und fehlende Gesundheitsbildung. Die Dokumentation stellt auch Lösungsansätze vor, darunter präventive Maßnahmen, Bildungsinitiativen und strukturelle Reformen im Gesundheitssystem. Sie ist ein Weckruf für mehr soziale Gerechtigkeit und zeigt, dass Gesundheit kein Privileg sein darf.
Wikipedia: Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen
SWR Wissen: Systemfehler Gesundheit: Risikofaktor Armut
Bürgergeld: Mehr fordern, besser fördern, Verwaltung reformieren
Die zukünftige Bundesregierung plant eine Reform des Bürgergelds. Neben dem Fördern und Fordern soll auch die Verwaltung verbessert werden. Die Jobcenter investieren zunehmend in Verwaltung statt in Arbeitsförderung, was die Kosten hoch hält und die Vermittlung erschwert. Um die Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern, sind gezielte Maßnahmen zur Aktivierung, höhere Anreize für Mehrarbeit, intensivere individuelle Betreuung und effizientere Prozesse notwendig.
Forderung der IGELA:
Sozialticket jetzt – Mobilität darf kein Luxus sein!
Die Studie „Der Sozialticket-Atlas: Mobilität als Wohnort-Lotterie“ offenbart eine untragbare Realität: Der Zugang zu bezahlbarer Mobilität ist in Deutschland vom Wohnort abhängig – und damit reine Glückssache! Während einige Städte und Bundesländer Sozialtickets anbieten, bleiben Millionen Menschen in Armut von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen, weil sie sich die Fahrt zum Amt, zum Arzt oder zum Bewerbungsgespräch schlicht nicht leisten können.
Wir, die IGELA (Interessengemeinschaft Langzeitarbeitsloser), sagen: Das ist ein Skandal! Wer arm ist, darf nicht auch noch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Mobilität ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht!
Deshalb fordern wir die Bundes- und Landespolitik auf:
1. Einführung eines bundesweit einheitlichen Sozialtickets für Bürgergeld-Empfängerinnen und Empfänger, Rentnerinnen und Rentner mit Grundsicherung sowie Menschen mit geringem Einkommen!
2. Bezahlbare Preise – Deutschlandticket für maximal 29 Euro pro Monat! Der aktuelle Flickenteppich unerschwinglicher oder gar nicht vorhandener Sozialtickets muss ein Ende haben.
3. Rechtlicher Anspruch auf ein Sozialticket, unabhängig vom Wohnort – keine Willkür mehr durch regionale Verkehrsbetriebe!
4. Finanzierung durch Bund und Länder, damit Kommunen nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben.
Wir lassen uns nicht weiter abschieben! Ohne Mobilität gibt es keine soziale Gerechtigkeit! Jetzt ist die Politik am Zug – Sozialticket für alle, die es brauchen!
Stern Artikel zur Forderung des Paritätischen Gesamtverbandes
Gender Gap
Eine hochinteressante Analyse zur Gleichstellung der Geschlechter u.a. bei öffentlich geförderter Bechäftingung von Andreas Hammer
Die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt ist noch nicht hergestellt. Dies gilt auf für öffentlich geförderte Beschäftigung, mit der Arbeitslose unterstützt werden können. Wie groß ist der geschlechtsspezifische Unterschied bei der öffentlich geförderten Beschäftigung? Die Analyse zeigt eine Möglichkeit den gender-Gap für öffentlich geförderten Beschäftigung darzustellen.
Weiterlesen Homepage Andreas Hammer
IGELA bei “Gutes Leben für alle” in Schwäbisch Gmünd!
Podiumsgespräch zu sozialpolitischen Fragen mit
Bundestagskandidat*innen Ricarda Lang (Die Grünen), Tim-Luka Schwab (SPD), Dr. Inge Gräßle (CDU) hat kurzfristig abgesagt.
Dr. Michael Wenzler (Paritätischer Landesverband)
Holger Fuhrman (Geschäftsführer der AG Arbeit Baden-Württemberg)
Claudia Wanner (Sprecherin IGELA)
Moderiert wurde das Podiumsgespräch von Prof. Dr. Helmar Schöne (Abteilungsleiter Politikwissenschaft an der PH Schwäbisch Gmünd)
Wir waren dabei!
Nach einer gelungenen und mitreißenden musikalischen Einstimmung durch die Interkulturelle Musikwerkstatt der Gmünder Volkshochschule wurde die Veranstaltung feierlich eröffnet. Drei unserer engagierten Mitglieder leiteten den Abend mit einem eindrucksvollen und nachdrücklichen Eingangsstatement ein, das die thematische Richtung der folgenden Diskussion vorgab.
Unsere Sprecherin Claudia beteiligte sich mit großer Leidenschaft und Sachkenntnis an der anschließenden Podiumsdiskussion. Die Debatte war von Beginn an äußerst lebendig und vielschichtig, wobei sich die Teilnehmenden intensiv mit den zentralen sozialpolitischen Fragestellungen auseinandersetzten. Moderator Prof. Dr. Schöne verstand es hervorragend, nicht nur die Podiumsgäste miteinander ins Gespräch zu bringen, sondern auch das zahlreich erschienene Publikum aktiv einzubinden. Die Gäste nutzten diese Gelegenheit rege, stellten gezielte und kritische Fragen und brachten eigene Perspektiven in die Diskussion ein. Die meisten Fragen wurden von den Diskussionsteilnehmenden präzise und fundiert beantwortet, sodass ein spannender und erkenntnisreicher Austausch entstand.
Insgesamt war es ein inspirierender Abend, geprägt von tiefgehenden Gesprächen, wertvollen Anregungen und neuen Impulsen für die Sozialpolitik. Solche Veranstaltungen zeigen, wie wichtig der offene Dialog für gesellschaftliche Entwicklungen ist.
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für ihr Engagement und ihren Beitrag zu diesem gelungenen Abend! Ein besonderer Dank gilt den Veranstaltern für die hervorragende Organisation, die diesen bereichernden Austausch erst möglich gemacht hat.
Vesperkirche Weingarten.
Teilnahme am Themenabend “Was is(s)t der Mensch”
Einige von uns haben am Themenabend der Vesperkirche in Weingarten teilgenommen. Holger Fuhrmann hat einen Impuls gegeben und es wurde von Teilnehmenden an unserer Aktion ” Ernährung mit dem Bürgergeld” über den bisherigen Verlauf berichtet.
Pressemitteilung der IGELA
Wir haben eine Pressemitteilung verfasst und an sehr viele Redaktionen der unterschiedlichsten Medien versendet.
Pressemitteilung IGELA Bundestagswahl 2025
Seit 01. Februar 2025 läuft unsere Aktion ” Ernährung mit dem Bürgergeldsatz”
Die Veranstalter des Selbstversuchs, das Diakonische Werk Württemberg und die Interessensgemeinschaft Langzeitarbeitsloser (IGELA), haben Ende 2024 die Idee emtwickelt, Erfahrungen mit dem Bürgergeld mit Nlcht-Bürgergeldempfänger*innen auf eine besondere Weise zu teilen.
Teilnehmen werden Alleinstehende (darunter Einige, die sich für den Selbstversuch aus dem Familienverband ernährungstechnisch herauslösen), Paare und Familien mit Kindern, welche allesamt keine Bürgergeldempfänger*innen sind. Ebenso wird sich natürlich auch unsere Gruppe an der Aktion beteiligen und ihre Erfahrungen, die kleinen Tricks und Kniffe, welche man zwangsläufig entwickelt, wenn man sich vom Bürgergeld ernähren muss, mit den Teilnehmenden teilt.
Der Aktionszeitraum für den Selbstversuch läuft vom 01.Februar 2025 bis zum 31. März 2025
Ernährung mit dem Bürgergeldsatz; was gehört dazu?
- Nahrungsmittel
- Getränke (auch alkoholische Getränke)
- Tabakwaren
- Nahrungsergänzungsmittel (keine Medikamente)
- Für Gaststättenbesuche gibt es ein extra Budget von 14,71 € / Person / Monat
Wir beschränken den Selbstversuch auf den Anteil für die Ernährung. Unser Budget für Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren pro Monat beträgt:
- Alleinstehende Erwachsene 195,39 €
- Paare (Erwachsene) 313,00 €
- Kind (bis 5 Jahre alt) 124.00 €
- Kind (6 bis 13 Jahre) 135,50 €
- Kind (14 bis 17 Jahre) 163,50 €
Die mediale Begleitung erfolgt durch den SWR, die Schwäbische Zeitung und die Straßenzeitung Trott-War, die Medienabteilung des Diakonischen Werks und die IGELA. wir planen 2 Cochingtreffen (online) wärend des Aktionszeitraums sowie eine Abschlußveranstaltung, nach möglichkeit in Präsenz am 08. April 2025.
Die Ergebnisse und Erfahrungen werden dokumentiert und natürlich später auch, mit Einwilligung der Teilnehmenden, veröffentlicht.
Video der Schwäbischen Zeitung “Ernährung mit dem Bürgergeld”
Aufruf an die Parteien
Wir haben gemeinsam einen Aufruf an die Parteien zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025 verfasst und an die Parteien versendet.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bundestagswahl steht vor der Tür, und es ist Zeit, klare Prioritäten zu setzen. Wir rufen alle Parteien auf, sich mutig für die soziale Gerechtigkeit in Deutschland einzusetzen und den Menschen, die von Armut betroffen sind, Gehör zu schenken. Die soziale Spaltung unseres Landes darf nicht weiter vertieft werden. Es ist unverantwortlich, bei den Ärmsten zu sparen, während Ungerechtigkeiten in Steuersystem und Vermögensverteilung bestehen bleiben..
Hier der gesamte Aufruf an die Parteien









